gesetzt für Klavier. Schott ED 20073
Friedensaktivistin
Erich
Kästners Gedicht "Fantasie von übermorgen" spricht
ihr ganz aus der Seele. Sie rezitiert und singt den Text sehr
gern, lässt es aber damit nicht bewenden. Denn
die kleine und große Politik kann nur dann im Sinne von
Frieden und Gerechtigkeit verändert werden, wenn auch die
Frauen ihre Stimme erheben und sich aktiv einmischen. Das hat
sie seit den achtziger Jahren unermüdlich getan - durch
Teilnahme an Demonstrationen und Aktionen der Friedensbewegung
in Deutschland und im ehemaligen Jugoslawien. Im April 1999
ist sie während des Kosovokrieges nach Belgrad gefahren, um
ihre Solidarität mit den durch die Natobomben terrorisierten
Menschen zu bekunden und Geldspenden an eine Oppositionsgruppe
zu überbringen. Ihr besonderes Engagement richtet sich gegen
die Gefährdung der Menschheit und der "Mutter Erde"
durch Massenvernichtungswaffen und durch die Atomindustrie.
Durch Teilnahme an Aktionen des zivilen Ungehorsams hat sie
sich empfindliche Strafen eingehandelt. Im
Februar 2003 verbüßte sie eine einmonatige Gefängnisstrafe
in der Justizvollzugsanstalt Willich II bei Krefeld. Die beiden
dokumentierten Gerichtsreden geben beispielhaft über ihre
Motive Auskunft.
Am 19. April 2003 wurde Hanna
anlässlich des Ostermarsches Rhein-Ruhr mit dem Düsseldorfer
Friedenspreis ausgezeichnet.
Am
23. November 2004 stand sie erneut vor Gericht, und zwar
zusammen mit drei anderen Mitgliedern der Gewaltfreien Aktion
Atomwaffen Abschaffen (GAAA) wegen Aufrufs zur
Befehlsverweigerung an die Soldaten des
Atomwaffenstützpunktes Büchel/Eifel. Die Urteile lauteten
auf Geldstrafen und Gefängnis. Hanna wurde zu einem
Monat Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Im Berufungsprozess vor dem
Landgericht Koblenz wurde sie am Dienstag, dem 29.
März 2005, freigesprochen.
Gegen
das Urteil legte die Staatsanwaltschaft Koblenz Revision ein. Diese wurde am 28.
September vom 1. Strafsenats des Oberlandesgerichts Koblenz
abgewiesen und damit der Freispruch bestätigt.
Am
9. August 2005, dem Nagasaki-Gedenktag, besuchte sie während einer
Aktion des Zivilen Ungehorsams mit zwei anderen Aktivisten die
US-Kommandozentrale EUCOM in Stuttgart - mit einem
Presse-Nachspiel wegen der schlechten Sicherheitslage der
Kommandozentrale. Die Gerichtsverhandlung fand am 9. Januar
2007 im Amtsgericht Stuttgart
statt. Urteil: eine Geldstrafe in 20 Tagessätzen.
Am 4. Februar
2006 kommentierte sie die Nato-Sicherheitskonferenz in
München zusammen mit Freundinnen und Freunden musikalisch und
szenisch auf eindrucksvolle Weise (Foto). Die
Süddeutsche Zeitung titelte ein Bild von der Performance, das
einem Bericht über die Konferenz beigegeben war, mit den
Worten "Protest kann auch phantasievoll sein".
Am
28. März 2007 nahm sie an der Dauerblockade der britischen
Atom-U-Boot-Basis in Faslane/Schottland (faslane365) durch
eine deutsche Gruppe teil.
In
der Zeit vom 5. bis 10. September 2007 verbrachte Hanna eine
Ersatzfreiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Köln
als "Mahnwache
hinter Gittern für eine atomwaffenfreie Welt".
